Das Streichen in Eigenregie ist eine großartige Möglichkeit, Ihr Zuhause aufzufrischen, ohne teure Handwerker bezahlen zu müssen. Damit das Ergebnis jedoch professionell aussieht und die Farbe nicht nach einer Woche abblättert, ist die Vorbereitung entscheidend.
Hier ist Ihr kompletter Leitfaden – von der Einkaufsliste bis zum letzten Pinselstrich.
1. Einkaufsliste: Was brauchen Sie?
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, machen Sie eine Bestandsaufnahme in Ihrer Werkstatt oder wählen Sie aus unserem großen Sortiment an Malerbedarf.
Werkzeuge und Hilfsmittel: (Klicken Sie auf unser Angebot)
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Farbwalzen: Große (für Flächen) und kleine (für Details und den Bereich um Steckdosen).
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Pinsel: Ein Flachpinsel für Ecken und ein „Heizkörperpinsel“ (lang und gebogen) für schwer zugängliche Stellen.
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Abstreifgitter: Absolut notwendig, um überschüssige Farbe gleichmäßig von der Walze abzustreifen.
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Teleskopstiele: Erspart Ihnen das Klettern auf die Leiter beim Streichen der Decke.
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Rührstab/Rührwelle: Eine saubere Holzleiste reicht völlig aus.
Schutzmaterialien:
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Abdeckfolie: Dünne Folien für Möbel, stärkere (trittfeste) für den Boden.
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Maler-Kreppband: Zum Abkleben von Leisten, Steckdosen und Farbübergängen.
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Malervlies: Ideal zum Schutz des Bodens, da sie Farbe aufsaugen und nicht rutschen.
Materialien zur Wandvorbereitung:
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Tiefgrund (Grundierung): Gleicht die Saugfähigkeit des Untergrunds aus und sorgt dafür, dass die Farbe haftet.
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Malerspachtel (oder Gips): Zum Ausbessern von Löchern und Rissen.
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Schleifgitter oder Schleifpapier: Zum Glätten der verspachtelten Stellen.
2. Vorbereitung des Zimmers (Der wichtigste Schritt)
Streichen besteht zu 70 % aus Vorbereitung und nur zu 30 % aus dem eigentlichen Farbauftrag.
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Ausräumen und Abdecken: Wenn Sie die Möbel nicht hinausstellen können, schieben Sie sie in die Mitte des Raums und decken Sie sie sorgfältig mit Folie ab.
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Wände frei machen: Nehmen Sie Bilder und Regale ab. Entfernen Sie idealerweise die Abdeckungen von Steckdosen und Schaltern (nachdem Sie die Sicherung ausgeschaltet haben!). Falls nicht, kleben Sie diese sorgfältig ab.
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Defekte reparieren: Kratzen Sie alte, abblätternde Farbe ab, verspachteln Sie Löcher und schleifen Sie diese nach dem Trocknen glatt.
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Reinigen: Befreien Sie die Wände von Staub und Spinnweben. Wenn die Wand fettig ist (typisch in der Küche), waschen Sie sie mit Seifenwasser ab.

3. Grundierung: Die Basis für Erfolg
Viele Menschen lassen die Grundierung weg, was ein Fehler ist. Der Tiefgrund bindet Staub, festigt die Oberfläche und verhindert, dass die Farbe Flecken bildet oder abblättert.
Tipp: Wenn Sie auf neuem Putz oder Gipskarton streichen, ist die Grundierung Pflicht.
4. Der Streichvorgang
Sobald die Grundierung trocken ist (normalerweise nach 2–4 Stunden), können Sie mit der Farbe beginnen.
Zuerst die Decke
Beginnen Sie immer mit der Decke. Auch wenn Sie vorsichtig sind, kann Farbe spritzen – so versauen Sie sich nicht die bereits fertigen Wände.

Details und Ecken
„Beschneiden“ Sie mit dem Pinsel und der kleinen Walze die Ecken sowie die Bereiche um Fenster, Türen und Steckdosen. Arbeiten Sie abschnittsweise, damit die Farbe in den Ecken nicht trocknet, bevor Sie mit der großen Walze anschließen (sogenanntes „Nass-in-Nass“-Arbeiten).
Hauptflächen
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Tauchen Sie die Walze in die Farbe und streifen Sie sie mehrmals am Gitter ab. Sie darf nicht tropfen.
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Tragen Sie die Farbe in Bahnen in Form eines „W“ oder „M“ auf und verteilen Sie sie anschließend mit senkrechten Strichen. Das sorgt für eine gleichmäßige Schicht.
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Drücken Sie nicht zu fest. Wenn die Walze anfängt zu „kleben“ oder ein schmatzendes Geräusch macht, ist es Zeit für neue Farbe.
5. Aufräumen und abschließende Tipps
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Klebeband rechtzeitig abziehen: Ziehen Sie das Malerkrepp ab, bevor die Farbe komplett getrocknet ist (am besten direkt nach dem zweiten Anstrich). Wenn die Farbe erst hart ist, riskieren Sie, Stücke der neuen Farbe mit abzureißen.
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Lüften: Sorgen Sie für Durchzug, aber achten Sie im Sommer auf zu hohe Temperaturen – die Farbe sollte nicht extrem schnell trocknen, da sonst Streifen entstehen können.
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Werkzeug aufbewahren: Wenn Sie am nächsten Tag weitermachen, müssen Sie die Walze nicht auswaschen. Wickeln Sie sie einfach fest in eine Plastiktüte oder Frischhaltefolie ein, sodass keine Luft herankommt.
Viel Erfolg! Mit ein wenig Geduld wird Ihr Zimmer wie aus dem Katalog aussehen.
